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Mittwoch, 6. Mai 2009
Einsteiger Cocktails
Aber zuerst möchte ich auf die Vorschläge in den Kommentaren eingehen.
Sascha:
Gin Basil Smash - Sehe ich genauso. Aber eigentlich kommen alle Smashes gut an.
Daiquiri - Schmeckt nicht jeden und finden einige schon zu stark. Trotz Sweet&Sour.
Gimlet - Geht gar nicht. Für die Cocktailanfänger ist Gin meist ein unbekanntes Gebiet und hat ein zu dominantes Wachholderaroma.
Richmond Gimlet - Die Variations Idee ist nicht schlecht, aber der Gimlet ist dafür der falsche Drink.
Ramos Gin Fizz - Das rohe Ei versuche ich jedes mal an die/den Frau/Mann zu bringen, die Erfolge halten sich in Grenzen.
Caipirinha - Mache ich nicht gerne. Weder die geschüttelte noch die gebaute Version, aber für die meisten Leute ist das der Cocktail. Deshalb gebe ich Dir völlig Recht mit deiner Aussage.
Jonas:
Alle Sours - Bei Männern ja, Frauen eher nicht.
[Negroni] - Zu stark für die Einsteiger. Diese Banausen...
Thorsten:
Manhattan - Ohne Zweifel ein schöner und erhabener Drink, leider nicht so gern getrunken bei den Leuten um mich herum.
Chris: (also Ich)
Pisco Loco - Aus Carlos Cocktailbar
Mojito - Mit Old Fashioned Bitters on top
Pina Colada - Mit CoC und frischem Ananassaft. Verpönt bei manchem Cocktailenthusiasten, aber bei guten Zutaten ist dieser Cocktail einfacher lecker. (Appleton V/X und Extra passen gut)
Anejo Highball - Unkomplizierter und beliebt.
Ich könnte noch ein paar Cocktails auflisten, aber kurz gesagt, gehen die Cocktails besonders, die den Bartender (oder in meinem Fall den Cocktail Nerd) anstrengen, weil er Zitronen oder Limetten pressen oder muddeln muss, klebrige Finger von dem Sweet&Sour Mix hat, Sirups oder Liköre floatet oder eine "flamed orange zest" benützt.
Wer jetzt denkt, "das sind ja fast alle" liegt fast richtig. Die einzigen Ausnahmen sind Cocktails die gerührt werden und damit komplett aus Spirituosen bestehen. Wer demnächst wieder mal eine Cocktail Party schmeißt, der sollte sich das zu Herzen nehmen:
"Wir sind gar nicht so anders." Hin und wieder schmerzt es uns in der Seele, den Leuten ins Glas zu schauen, aber ich glaube, dass gerade dadurch die Motivation entsteht immer besser zu werden. Und wenn wir den Leuten einen Cocktail empfehlen, dann nicht weil dieser süß oder sahnig schmeckt, sondern weil wir ihn für besonders gut und geeignet erachten.
Euer Jigger
Montag, 4. Mai 2009
Vorbereitung
Vielleicht kann ich dann ein paar Flaschen leeren und wieder mehr Platz für meine Bücher schaffen, denn so langsam wird es eng im Studentenzimmer.
Jetzt aber zu meinem eigentlichen Problem. Nach langwieriger Beschäftigung mit dem Thema Spirituosen und Cocktails, hat man seine Sicht auf Alkohol etwas verändert. Wo die einen nur "Schnaps" sehen, sehen wir Korn, Gin, Vodka, Tequila, Rum, Brandy, Whisk(e)y und Cachaca. Wo für die einen "Long Island Iced Tea" ein toller Cocktail ist, ist für uns ein "Negroni mit Antica Formula und Tanqueray" oder ein "Mint Julep" im Silberbecher das höchste der Gefühle. Das alles könnte ich ewig weiterführen, aber im Prinzip will ich auf folgendes hinaus:
Was sind eure liebsten Einsteiger Cocktails?
Meine Einsteiger Cocktails werde ich am Mittwoch veröffentlichen.
Bis dahin Euer Jigger
Mittwoch, 29. April 2009
Zitrus Früchte
Jetzt aber zu der Gattung Zitruspflanze, die der Familie der Rautengewächse angehört. Die Ursprünge dieser Pflanzen sind in Asien zu finden. Dort wurde die Pflanze bereits früh kultiviert. Die heute weit verbreitete Zitrone, hatte ihren Auftritt erst nach den Orangen, Pampelmusen und Kumquats. Nach dem Motto "Die Letzten werden die Ersten sein." war die Zitrone (nicht die uns heute Bekannte), die erste Zitrusfrucht die auch in Europa verbreitet wurde. Um die Zeit Jesu Geburt, also das "Jahre zero", gab es immer wieder Berichte von einer Pflanze namens "medischer Apfel", "Apfel aus Medien" oder auch "Judenapfel". Heute wird diese Sorte Zitronatzitrone genannt und das ist auch der Verwendungszweck. Die Schale wird zu Zitronat verarbeitet. Zu dieser Art gehört auch "Buddas Hand". Erst gegen das 13. Jahrhundert werden die Pflanzen auch im Mittelmeerraum angepflanzt.
Heute sind die Zitrusfrüchte relativ einfach zu beziehen. In Supermärkten gibt es meist nur mäßige Qualität, aber dafür auch in einem sehr guten Preis Leistungs Verhältniss. Weil die Pflanzen in Monokulturen angebaut werden, sind die "Standart" Zitrusfrüchte häufig stark mit Pestiziden und anderen Giftstoffen behandelt. Für die Verwendung einer Zeste oder ganzer Früchte im Cocktail. empfiehlt es sich deshalb, eine Biofrucht zu kaufen und diesen dann gründlich zu waschen.
Die am häufigsten in Cocktails verarbeitete Zitrusfrucht ist die Zitrone, dicht gefolgt von der Limette und der Orange. Seltener dagegen verwendet wird die Grapefruit, die Kumquat oder die Mandarine.
Die Zitrone
Frisch gepresster Zitronensaft sollte eine Pflicht-Zutat jeder Cocktailbar sein! Es gibt eine unendliche Zahl an Cocktails mit Zitrone oder deren Saft. Den Cocktail den ich hier vorstelle, mag ich sehr gerne, weil hier auf das Süß-Sauer Prinzip verzichtet wurde.
Beachcomber Variation
4,5cl white rum
3cl lemon juice
2cl maraschino liqueur
Shake - Strain - Serve
Hier funktioniert einfach nur frischer guter Zitronensaft!
Die Limette
Für Limettensaft gilt das gleiche wie für Zitronensaft. Dass die Limette grün ist im Vergleich zur Zitrone liegt nur an der früheren Ernte. Die Schale ist sehr dünn und enthält nicht soviele Öle wie bei einer Zitrone oder Orange. Unterscheiden kann man die "echte Limette" und die "gewöhnliche Limette" anhand der Kerne. Nur in der echten sind Kerne. Geschmacklich ist der Unterschied allerdings nicht besonders hervorzuheben. Cocktails gibt es auch hier zu hauf.
Strike's Off Cocktail
1/4 Lime Juice (2cl)
1/4 Swedish Punch (2cl)
1/2 Gin (4cl)
Shake well and strain into a cocktail glass.
created by Harry Craddock on May 12, 1926, to mark the end of the general strike (Quelle: "The Savoy Cocktail Book")
Die Kumquat
Eine der kleineren Zitrusfrüchte. Mit einer Maximalen Größe von 5 cm und ihrer gelb-orangenen Schale erinnern sie an eine Zwergorange. Sie gehören aber ihrer eigenen Gattung an. In Cocktails wird diese Frucht meist komplett verwendet und nicht ausgepresst.
Bombay Crushed
4 Kumquats
6cl Bombay Sapphire
3cl Zitronensaft
2cl Zuckersirup
Muddel the fruits with sugar, add lemon juice and crushed ice. Pour gin in and give it a quick stir.
Die Orange
Frisch gepresster Orangensaft ist nicht immer praktikabel, aber Direktsaft aus dem Kühlregal ist eine gute Alternative. Die Schale enthält viele ätherische Öle. Das Problem bei den Früchten aus dem Supermarkt ist, dass diese für den Transport mit Wachs eingesprüht werden, um ihnen ein besseres Aussehen zu verpassen. Um diese Wachsschicht von Schale zu bekommen, muss man die Orange mit heißen Wasser waschen. Erst dann können die Öle aus einer Zeste freigesetzt werden.
Ein Alkoholfreier Cocktail der den Orangensaft schön mit Zitrone und Ananassaft verbindet:
Cinderella
3cl orange juice
3cl pineapple juice
3cl lemon juice
Shake (soft) - Strain - Serve
Wenn der Drink zu stark geschüttelt wird, entsteht ein unschönes Sorbet in der Mitte der Schale, aufgrund des fehlenden Alkohols.
Die Grapefruit
Eine Mischung aus Orange und Pampelmuse und sehr interessant aufgrund ihres herben und leicht süßlichen Geschmacks. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass die Grapefruit keine roten Stellen hat. Diese roten Stellen sind Druckstellen und deuten auf aufgebrochene Zellen in der Frucht hin.
Cocktails gibt es schon weniger als zu den anderen Zitrusfrüchten. Ein bekannter Vertreter ist hier der "Hemmingway Daiquiri". Vorstellen möchte ich aber den
3cl Bourbon
2cl Grapefruitsaft
1,5cl Apricot Brandy
0,5cl Simple Sirup
Shake - Strain - Serve
Ein herber Cocktail, der den Grapefruit Geschmack aber sehr gut hervorhebt.
Euer Jigger
Donnerstag, 16. April 2009
Brennende Bilder
Der Bericht zum "Red Hot Manhattan" ist auf Cocktailians zu finden.
Irgendwie habe ich es geschafft, diese Seite einen Monat lang zu ignorieren.
Euer Jigger
Samstag, 4. April 2009
Es ist vollbracht...
Die Arbeit hat mir, trotz manch absonderlichen "Gesöffs", doch riesigen Spaß gemacht, weil man einfach immer auf dum
Jemand wollte tatsächlich noch eine Vanilleschote für einen Rüssel verwenden, allerdings war mir dieser Spaß dann doch zu teuer...
Der Cocktail, der nach 3 vollen Arbeitsstunden erschaffen wurde hat den schönen Namen "Kibo".
Der Kibo ist der höchste Berg von Afrika und zählt somit zu den "Seven Summits". (Die höchsten Berge jedes Kontinents)
Warum also Kibo? Auf dem Kibo, dem Berg, steht ein Schild mit folgendem Text:
"CONGRATULATIONS
YOU ARE NOW AT
UHURU PEAK, TANZANIA, 5895 M. AMSL¹
AFRICA’S HIGHEST POINT
WORLD’S HIGHEST FREE-STANDING MOUNTAIN
ONE OF THE WORLD’S LARGEST VOLCANOES
WELCOME"
Dieses Gefühl auf diesem Berg zu stehen soll der Cocktail vermitteln. Nach getaner Arbeit sich etwas gönnen und reflektieren.
Das Rezept, wie im Mixology Foren Eintrag veröffentlicht:
Kibo
3 cl Amarula
2 Dashes Cognac VSOP
1,25 cl Vanillesirup
3 Physalis
4 Nelken
Glas: kleiner Cocktailspitz
Dekoration: Eine mit Cognac und Zimt "parfümierte" Physalis in den Cocktail geben.
Zubereitung:
Physalis, Nelken und Vanillesirup zusammen muddeln. Dann Cognac und Amarula dazu geben.
Shake - Fine Strain - Serve
Ich hoffe er schmeckt euch ähnlich gut wie mir.
Euer Jigger
Donnerstag, 2. April 2009
Cocktail Karte
Genau zu so einer Gelegenheit kam es, dass ich einen "Tequini" empfahl. Der "Gast" wünschte sich einen trockenen Cocktail, hatte aber keine Lust auf Gin. Der "dry Tequini" besteht eigentlich aus einem Tequila blanco und trockenem Wermut. Um dem ganzen aber eine noch trockerne Richtung zu geben, wählte ich den anejo Tequila von "Aha Toro". Die Lücke zwischen dem gereiften Tequila und dem trockenen Wermut (Noilly Prat) schlossen 3 Spritzer Angostura Bitters. Zum Schluss noch mit einer Zitronenzeste abgespritzt, den Glasrand eingerieben und servieren.
Nachträglich habe ich das ganze nochmal nachgemischt und so sieht er aus:
7cl tequila anejo
1cl dry vermouth
3 dashes Angostura bitters
Stir - Strain - Serve
Salut!
Euer Jigger
Sonntag, 8. März 2009
Cognac, Armagnac, Brandy de Jerez, Armenien Brandy, Deutscher Weinbrand und Branntwein ...
- Vor dem 20. Jahrhundert war "Cognac" fast der einzige Begriff für diese Spirituose.
- Gegen 1900 tauchte der Begriff "Weinbrand" das erste Mal in Deutschland auf.
- Nach dem Versailler Vertrag (1920) durfte "Cognac" nur noch für das Produkt aus dem Département Charente verwendet werden.
- 1909 hat "Armagnac" seinen Auftritt und darf nur für in dem Département Gascogne hergestellten Brandy benutzt werden.
- Spanien gehört ebenfalls zu den Großen in Sachen Brandy, Weinbrand, was auch immer. Seit 1987 ist der aus der Region Jerez de la Frontera stammende Brandy, Branntwein, was auch immer als Brandy de Jerez bekannt und geschützt.
- Armenien ebenfalls ein Urgestein produziert seit 1887 seinen "Armenien Cognac" - heute "Armenien Brandy". Dieser darf nur aus armenischen Weintrauben hergestellt werden.
Deutschland macht es sich nicht so leicht [Quelle: Schnapsler]:
"Nach dem Willen der Gesetzgeber sollte die Bezeichnung Weinbrand für einen Branntwein aus Wein zwei Tatsachen zum Ausdruck bringen: Seine gehobene Qualität gegenüber dem "normalen" Branntwein aus Wein und seine Herstellung im Inland. Daher definierte das Weingesetz von 1971 Weinbrand als "Qualitätsbranntwein aus Wein" und stellte ähnlich strenge Anforderungen wie für einen Cognac.
Zwar gelang es der Bundesrepublik Deutschland nicht, diese Bezeichnung allein Erzeugnissen ihres Hoheitsgebietes vorzubehalten, jedoch wurden Qualitätsvorschriften erlassen, die von einer lückenlosen Kontrolle vom Rohstoff bis zum Fertigprodukt zu den schwersten der Welt gehörten. Aus diesem Grund durfte sich auch nicht jedes Erzeugnis aus gebranntem Wein aus dem Ausland Weinbrand nennen.
Das EuGH hat mit Urteil vom 20.2.1975 es dann als unvereinbar mit dem EWG-Vertrag angesehen, dass vergleichbare Erzeugnisse aus den anderen EWG-Staaten nicht als Weinbrand bezeichnet werden durften. Diesem Urteil wurde bei der Neufassung des Weingesetzes von 1982 Rechnung getragen: Weinbrand war nun als synonyme Bezeichnung für einen Qualitätsbranntwein aus Wein aufzufassen, unabhängig von dessen Herkunft.
Mit der Europäischen Spirituosenverordnung vom 29.5.1989 ist eine völlig neue Rechtslage geschaffen worden, die eine Umkehrung der mit den Bezeichnungen "Branntwein" und "Weinbrand" verbundenen Qualitätsvorstellungen mit sich brachte. Während "Branntwein" ausschließlich aus Weindestillat mit einer Abtriebsgrenze von 86% vol hergestellt sein und einen Mindestalkoholgehalt im Fertigprodukt von 37,5% vol aufweisen muss, können bei Weinbrand bis zu 50% des Alkohols aus einem Destillat stammen, das bis zu 94% vol destilliert wurde, bei einem Mindestalkoholgehalt von 36% vol. Allerdings sind der Mindestgehalt an flüchtigen Nebenbestandteilen mit 125 g/hl A und der Höchstgehalt an Methanol mit 200 g/hl A bei beiden Erzeugnissen identisch.
Inländischer Branntwein aus Wein darf als "Deutscher Branntwein aus Wein" bezeichnet werden, wenn sein Alkoholgehalt ausschließlich aus im Inland gewonnenen Destillat stammt und er auch dort hergestellt und fertiggestellt worden ist. Gleiches gilt sinngemäß auch für ausländischen Branntwein aus Wein. Die Deklaration als Branntwein aus Wein kann durch die Bezeichnung "Cognac" oder "Armagnac" ersetzt werden, wenn die entsprechenden Erzeugnisse in Frankreich oder unter Zollaufsicht im Inland abgefüllt und mit dem von der französischen Steuerverwaltung vorgeschriebenen Begleitdokument eingeführt worden sind.
Damit hätte ich das Thema mal kurz angeschnitten.
Ein passender Cocktail darf natürlich auch nicht fehlen:
Japanese Cocktail: (Cocktailspitz)
6cl Brandy (Ihr wisst schon...)
1,5cl Orgeat
2 Dashes Angostura Bitters
Shake or Stir - Strain - Serve
Euer Jigger
Sonntag, 1. März 2009
Ein dash anejo gefällig?
Robert Hess begründet seine Verwendung von Scotch als Dash damit, dass durch dessen torfigen und starken Geschmack der Cocktail schnell überwältigt wird. Ich sehe darin viele Möglichkeiten trockenen Klassikern wie dem Martini nochmal einen anderes Aroma zu verleihen. Cocktails mit Bourbon arbeiten meiner Meinung nach bestimmt gut mit einem Dash Jamaican Rum, alles Sachen die ich sehr gerne probieren möchte, aber häufig gar nicht mehr die Zeit finde. Ich werde dieses Thema auf alle Fälle für mich noch weiter verfolgen und bei neuen guten Kombinationen einen entsprechenden Beitrag erstellen.
Der ersten Test wird sein:
Dunlop
5cl white Rum
2cl Sherry
1 dash Angostura <-> wird ersetzt durch 2 dashes Jamaican Rum anejo
Stir - Straine - Serve
Euer Jigger
Dienstag, 24. Februar 2009
Cocktails aus Oma's Bar
Tatsächlich kam ich in die Verlegenheit bei meinem letzten Besuch bei meiner Großmutter einen Cocktail mixen zu "müssen". Weil ich völlig unvorbereitet war, stattete ich der "Bar" meiner Großmutter einen Besuch ab und befragte dann die Cocktail DB.
Cognac, Cointreau, Calvados und Pernod aka Pastis waren die Grundzutaten und herauskam der
Block and Fall:
2cl Cognac
2cl Cointreau
1,5cl Calvados
1,5cl Pastis
Stir - Strain - Serve
Im Nachhinein würde ich den Pastis Anteil auf 1cl reduzieren und den Calvados auf 2cl erhöhen, das Pastis war viel zu dominant.
Aber alles in allem ein sehr schöner Apéritiv und mein Oma Cocktail N°1.
Prosit Euer Jigger
Samstag, 14. Februar 2009
CBs in KA - Carlos Cocktailbar
Cocktailbars in Karlsruhe. Heute "Carlos Cocktailbar" in der Markgrafenstraße 32.
Carlos ist ein ehmalige Bartender der "Winston Bar" des Arthotelroyal und hat seit April 2008 seine eigene kleine Cocktailbar. Auffällig ist beim Betreten die tiefrote Eingangstür. Mein erster Eindruck war, dass diese Cocktailbar winzig ist. Nach dem Betreten stehe ich einen Schritt von der Bartheke mit 7 Sitzplätzen entfernt. Insgesamt hat die Bar ca 30 Sitzplätze davon 5 direkt an den 2 großen Fenstern zur wenig befahrenen Straße hin. Die Bar wirkt edel ausgestattet mit weißen Ledersesseln und dunklen Holztischen. An der Decke hängen verteilt 3 Kronleuchter und im Hintergrund läuft ein angenehmer Mix aus Jazz und etwas "Rock". Die Bartheke lässt eigentlich nur Platz für einen Bartender zum ungestörten arbeiten, allerdings sind ab 21 Uhr am Wochenende stets 3 Bartender dort beschäftigt, was dazu führt, dass sie sich hin und wieder auf den Füßen stehen. Die Spirituosenauswahl ist klein aber bietet eine hohe Streuung in den Preissegmenten. Die Cocktails sind sehr günstig mit Preisen von 5,50€ bis 9€ für Champagner Cocktails. Die Cocktail Karte bietet für meinen Geschmack allerdings zu wenig Auswahlmöglichkeit und Alternativen, aber die Bartender bereiten auch Drinks zu die nicht auf der Karte stehen.
Jetzt zu den von mir bestellten Cocktails. Ich muss dazu sagen, dass ich im Regelfall beim ersten Drink nie besondere Vorlieben dazu nenne, und mich auf das Gefühl des Bartenders verlasse. Bestellt habe ich an diesem Abend 5 Cocktails, die ich aber nie ganz ausgetrunken habe. Ich weiß es ist eine Unart, allerdings hatte ich keine andere Möglichkeit, um genug zu probieren, ohne Begleitung (verhindert und/oder krank). Bestellt wurden Manhattan, Gin Fizz, "Pisco Loco", Mint Julep und Mai Tai.
Der "Manhattan" wurde mit Canadian Club, Martini rosso und Angostura zubereitet. Die Zubereitungsweise war in Ordnung bis auf die Tatsache, dass nie und ich betone nie ein Jigger verwendet wird. Geschmacklich kam der Drink sehr ausgewogen daher und war auch nicht besonders verwässert. Mankos waren aber die Cocktail Kirschen aus dem Glas in meinem Cocktail und der Martini rosso. Cinzano ist meiner Meinung nach immer die bessere (günstige Pouring) Wahl.
Die größte Enttäuschung des Abends war der "Gin Fizz". Standart Pouring ist Gordon's Gin, aber ich bestellte meinen mit Beefeater, weil ich finde, dass eine stärkere Wachholder Note dem Drink sehr gut tut. Zubereitung klassisch, wieder ohne Jigger, dafür aber mit frischem Zitronensaft. Beim servieren patzte der Bartender, als er den "Gin Fizz" in das Glas abseihte und nachträglich Eiswürfel (Hohleiswürfel) dazu gab. Die Deko wurde etwas lieblos an einem Plastik Stecker in meinen Cocktail geworfen. Geschmacklich war der Drink sehr unausgewogen und man merkte hier das fehlende Barmaß. Die Aussage des Bartenders, dass jeder das Zutatenverhältniss anders bevorzugt, kann ich nachvollziehen, aber ist kein Grund dafür, dass das Sweet & Sour nicht passte.
Als nächstes kam der "Pisco Loco" eine Eigenkreation von Carlos. Zutaten waren eine Orangen, 5 große Blätter Basilikum, brauner Rohrzucker, Limettensaft und Pisco (Gran Control). Die Orangen und das Basilikum werden mit dem Rohrzucker gemuddelt. Dazu wird dann ein bischen Limettensaft gegeben und mit Crushed Ice aufgefüllt, mit Pisco übergossen und umgerührt. Sehr lecker das ganze und landet bestimmt auf meiner privaten Karte (natürlich mit Verweis auf "Carlos Cocktailbar"). Der Cocktail war sehr gut balanciert und die Zubereitung war einwandfrei. Strunk der Orange entfernt, nicht zu stark - nicht zu sanft gemuddelt und eine "simple" Deko. Natürlich wieder kein Jigger.
Als viertes kam ein nicht auf der Karte geführter "Mint Julep". Die Zubereitung war gut, Zucker mit etwas Wasser aufgelöst, Minze sanft zerdrückt, aber weder wurde dieser Drink im stilechten Metallbecher serviert noch mit Crushed Ice. Schade, denn die Frage welchen Bourbon ich bevorzugen würde hatte mich zu Beginn freudig gestimmt. (Manchmal wird ja auch Rye empfohlen, aber ich bleibe lieber bei Bourbon) Geschmacklich war mir persönlich der Bourbon zu dominant, dieser leichte Minzhauch beim Trinken hat mir einfach gefehlt.
"Last but not least" ein "Mai Tai". Zu diesem Zeitpunkt kam der Besitzer und Namensgeber in die Bar und beriet mich gut in Sachen Rum Wahl. Er empfohl mir den Pampero aus Venezuela (Anejo Especial 1y). Da ich bisher noch nie einen Rum aus Venezuela probiert hatte, war ich sofort einverstanden. Er gab mir zusätzlich noch die Möglichleit diesen Rum kurz zu verkosten, wofür ich sehr dankbar war. Die Zubereitung habe ich leider komplett verschlafen, aber der Cocktail war sehr gut. Ein gelungener Abschluss des Abends.
Fazit:
"Carlos Cocktailbar" ist eine sehr solide, kleine Cocktailbar. Die Aufmachung hält was sie verspricht und bietet Cocktails auf einem gutem Niveau. Das PLV halte ich für unschlagbar und die Zutaten sind in Ordnung. Ausnahme sind hier die "Jumbo-Saft-Punsch" Cocktails die mit Riemerschmid und Bols zubereitet werden, aber das stört mich nicht. Die nicht Verwendung eines Barmaßes empfinde ich als groben "Regelbruch" und ich kann es nicht oft genug erwähnen, dass die Verwendung eines Jiggers nicht von Unsicherheit oder Unerfahrenheit zeugt sonder von Qualität!
Pisco Loco
1 Orange
5 große Blätter Basilikum
2 Barlöffel Zucker
2cl Limettensaft
4cl Pisco
Orangenstrunk entfernen und die Orange mit Basilikum, Zucker und Limettensaft muddeln. Mit Crushed Ice auffüllen und mit Pisco übergießen.
Samstag, 17. Januar 2009
Bijou
"Bijou" "Amber Dream"
1 part of gin (Damit der Gin besser zur Geltung kommt, benutze ich 2 parts of gin :)
1 part of Chartreuse green
1 part of sweet red vermouth (Eher Cinzano als Carpano)
Erst den Wermut ins Glas, dann über einen Barlöffel vorsichtig den Chartreuse floaten und zum Schluss das selbe Spiel mit dem Gin. Dem Gast die verschiedenen Schichten zeigen und dann das ganze in ein Rührglas mit Eiswürfel gießen und kalt rühren. Strain and serve.
"Amber Dream" heißt soviel wie "Bernstein Traum" und steht für die entstandene Farbe durch das Mischen der drei Spirituosen.
Über einen so wichtigen Tag wie den 14. Februar sollte man schon früh anfangen nachzudenken.
Wir Männer wissen natürlich, dass der Tag nur von gierigen Kapitalisten erfunden wurde.
Euer Jigger
Anmerkung: Der Eintrag wurde überarbeitet nach einer Recherche angeregt durch "B" in dem Kommentaren.
Dienstag, 13. Januar 2009
Party
Eine Bitte an alle Studenten: "Informiert euch etwas, Ihr Elite Deutschlands!" (Ich weiß der Spruch "Elite Deutschlands" ist abgetroschen, aber er passt einfach immer wieder zu gut)
Nur für euch ein Bowlen Rezept das immer gelingt und nicht einen Gummibärchen-Würge-Geschmack auf der Zunge hinterlässt.
Eine abgewandelte Version der "Melonen-Basilikum-Bowle" aus dem Franz Brandl - Cocktails über 1000 Drinks mit und ohne Alkohol
Melonen-Basilikum-Bowle
4 Bund Basilikum oder 4 Topfpflanzen abpflücken
1 Honigmelone
1 Bio-Zitronen
2 Flaschen Weißwein (eigentlich eher trocken bis halbtrocken, aber ich benutze auch gerne einen fruchtigen Muskatwein dafür einen trockenen Sekt)
1 Flasche Sekt (bitte nicht den billigsten, zur Zeit bin ich von dem Crémant de Alsace Wallbreck aus dem Rewe sehr begeistert Preis: 8,99€)
Melonenfleisch kugelförmig austechen und in ein Bowlengefäß geben. Dazu 3 Bund Basilikum und die Zitronenschale geben und den Wein dazugießen. Das ganze eine Stunde im Kühlschrank ziehen lassen. Am besten mit frischhalte Folie abdecken, damit die Bowle keine fremden Gerüche annimmt.
Kurz vor dem Servieren Basilikum rausnehmen und die restlichen frischen Blätter dazugeben, mit Sekt auffüllen und ganz ganz leicht aufrühren.
Zum Schluss ein Zitat:
Ein intelligenter Mann ist manchmal gezwungen, sich zu betrinken, um Zeit mit Narren zu verbringen.
Wie war Ernest Hemingway
Euer Jigger
Samstag, 3. Januar 2009
Meine Top 5 Drinks 2008
1. "Old Fashioned"
2008 war geprägt von der Wiederentdeckung alter Rezepte
2. "Gin Basil Smash"
Das war der Sommerdrink schlechthin dieses Jahr
3. "Bramble"
Die Alternative zum Basil im Sommer
4. "Whisky Sour"
Weil das meine persönliche Rangliste ist, gehört Whisky Sour mit Single Malt, frischem Orangensaft und frischem Zitronensaft immer rein. Rezept siehe Kommentare.
5. "Evolution 2009" von Commander aus dem C&D Forum
Ein gelungener Mix und greift wunderbar den Cuisine Style auf
Soviel dazu, Euer Jigger
Freitag, 3. Oktober 2008
Kategorie der Woche
Beerdrinks
Mal abgesehn von den bekannten Sachen, die in jedem Bundesland einen anderen Namen haben ala Diesel (Cola Weizen), Bananen Weizen etc. pp., gibt es auch noch weniger bekannte Mischungen mit Spirituosen oder Sekt.
Ein Beerdrink besteht dem Namen nach zu urteilen aus einem großen Anteil an Bier vermischt mit:
- Frucht- /Gemüsesäften
- Sodas
- Spirituosen
- Schaumwein
In die zweite Kategorie gehören Cola Weizen, Radler.
Mit Spirituosen wird das ganze schon spezieller. Hierzu fallen mir auf Anhieb Beer Buster und Submarino ein. Früher üblich ein Korn zum Bier.
Mit Sekt kommen wir zu einer Mischung die mir persönlich missfällt.
Rezepte:
Banana Weizen / Kirsch Weizen
0,5L Weißbier
0,1L Fruchtsaft
Erst das Bier dann den Fruchtsaft!
Cola Weizen / Radler
Eine 50/50 Mischung ist das Maximale eher mehr Bier als Soda.
Beer Buster
6cl Wodka
50cl Export
2 dash Tabasco
Wodka in ein Highball Glas giesen mit Bier auffüllen und dann 2 Spritzer Tabasco darauf.
Submarino
4cl Tequila
50cl Export
Bier in ein Bierglas gießen (welch glorreicher Satz) dann ein Schnapsglas mit Tequila füllen und dazu stellen. Das Schnapsglas wird dann im Bier versenkt.
Auch wenn die Drinks mit Spirituosen eher dazu gedacht sind sich abzuschießen, gehören sie auch zu einer Art Kultur und sind der Erwähnung wert.
Viel Spaß Euer Jigger
Samstag, 27. September 2008
Kategorie der Woche
Heute mal wieder eine eine Kategorie natürlich nach dem Alphabet sind wir heute bei
Batida
Der Batida gehört zu den Tropical Drinks. Er wird immer mit Cachaca (sprich: Kachassa) zubereitet und besteht aus Zucker, Fruchtsaft/-mark (Kondensmilch/Sahne) und manchmal etwas Wasser. Während in den europäischen Gefilden der Batida de Coco am bekanntesten ist, so ist der Batida in Brasilien mit Maracuja, Limette oder Mango auch keine Seltenheit. Der Batida wird immer im Cocktailshaker zubereitet und im Hurrican Glas serviert. Die Deko darf an Karneval erinnern, also groß und üppig.
Rezepte:
Brasil Sunshine
2cl Cachaca
2cl Buttershot
2cl Midori
1cl Lime Juice Cordial
10cl Ananassaft
Batida de Maracuja
6cl Cachaca
2cl Passionsfruchtsirup
2cl Limettensaft
5cl Maracujanektar
5cl Ananassaft
Batida de Sol
4cl Cachaca
2cl KEIN Bacardi Rum
4cl Cocoscream
10cl Ananasaft
Diese Rezepte habe ich komplett aus Uwe Voigt’s Barkunde Buch entnommen, weil ich die alle schonmal ausprobiert habe und sie als gut empfunden habe.
Das Eis vom Shaken bleibt im Cocktail drinne.
Also viel Spaß beim ausprobieren.
Euer Jigger